In der Schweiz formiert sich Widerstand gegen Gigaliner

Das Europäische Parlament hat beschlossen, den EU-weiten Einsatz von Gigalinern zu erlauben. Umweltverbände und Transportbranche wehren sich dagegen, auch in der Schweiz Lastwagen mit einer Länge von 25 Metern und einem Gesamtgewicht von 60 Tonnen rollen zu lassen.

Das Europäische Parlament hat Mitte März beschlossen, innerhalb des EU-Raums grenzüberschreitende Transporte mit sogenannten Gigalinern zuzulassen. Darunter werden Lastwagen mit einer Gesamtlänge von bis zu 25 Metern und einem Gesamtgewicht von bis zu 60 Tonnen verstanden. Herkömmliche Lastwagen sind maximal 18,75 Meter lang und 40 Tonnen schwer.

In der Schweiz sprechen sich Umweltverbände und Transportbranche gegen die Übernahme der EU-Regelung aus. Die riesigen Laster würden die Transportkosten auf der Strasse senken und damit Bestrebungen zur Verlagerung des Gütertransports von der Strasse auf die Schiene konterkarieren, argumentiert etwa die Alpeninitiative. Sie weist zudem auf die enormen Kosten hin, die eine notwendige Anpassung der Strasseninfrastruktur, insbesondere bei Brücken, aber auch bei Zollanlagen und Rastplätzen mit sich brächte.

Auch der Schweizerische Nutzfahrzeugverband Astag ist gegen den Einsatz von Gigalinern. Neben den von der Alpeninitiative angeführten Argumenten hebt die Astag in einem Positionspapier dabei den fehlenden Nutzen für die heimische Transportbranche hervor. So würden von den Gigalinern vor allem die Verlader profitieren, während die Transportunternehmen die Kosten für die Anschaffung der neuen Lastwagen zu tragen hätten.

Bevor die Gigaliner in der EU grenzüberschreitend rollen können, muss der Europäische Rat dem Beschluss des Europäischen Parlaments zustimmen. Ihn umzustimmen, das sei erfahrungsgemäss „ein schwieriges Unterfangen“, schreibt die Alpeninitiative. Das Bundesamt für Strassen warnt in einer Analyse über Gigaliner, dass das Land „trotz breiter politischer Ablehnung der Zulassung von Gigalinern in der Schweiz unter Druck geraten“ könnte. Die Alpeninitiative will sich „nichtsdestotrotz dafür stark machen, die Problematik dieser Zulassung zu thematisieren und insbesondere dafür kämpfen, dass diese Ungetüme von Schweizer Strassen fernbleiben“.

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